Gewaltformen

Wie kann Gewalt gegen Pflegebedürftige aussehen?

Gewalt kann offensichtlich sein oder erst bei genauem Hinschauen deutlich werden. Im Alltag pflegebedürftiger Menschen geschieht Gewalt auch unabsichtlich und unbewusst. Um Gewalt vorzubeugen, ist es wichtig, die Wahrnehmung bei allen Beteiligten zu schärfen.

Gewalt gegen Pflegebedürftige kann zum Beispiel sein:

Formen von Gewalt gegen Pflegebedürftige

Schmerzen zufügen

  • zu fest anfassen, schlagen, kneifen
  • unangemessen unterstützen, z. B. zu schnell, zu ruckartig
  • unbequem hinsetzen oder hinlegen
  • mit zu heißem oder kaltem Wasser waschen
  • beim Verbandswechsel unachtsam sein

Sich respektlos verhalten

  • ein Zimmer betreten, ohne anzuklopfen
  • Blickkontakt vermeiden
  • jemanden wie ein Kind ansprechen oder behandeln
  • abfällige Bemerkungen machen
  • über den Kopf hinweg sprechen

Bevormunden

  • zum Essen zwingen
  • „füttern“, nur damit es schneller geht
  • über Tagesablauf, Beschäftigung oder Kontakte entscheiden
  • zur Verwendung von Inkontinenzhosen oder Dauerkatheter zwingen, um nicht zur Toilette begleiten zu müssen

Hilfe vorenthalten

  • Bedürfnisse, Gefühle oder Schmerzen nicht ernst nehmen
  • lange auf Hilfe warten lassen
  • Bewegung verweigern, z. B. aufstehen, gehen
  • schmutzige Kleidung nicht wechseln
  • nicht bei der Körperpflege unterstützen

FEM anwenden

  • anschnallen, festbinden
  • einschließen
  • Bettgitter oder Stecktische anwenden
  • ungewünschte oder nicht verordnete Medikamente geben, um ruhig zu stellen

Kontrollieren

  • Hilfsmittel wie Klingel, Brille, Prothese oder Gehstock wegnehmen
  • über Finanzen bestimmen, z. B. Geld vorenthalten
  • Informationen vorenthalten
  • ungefragt Briefe öffnen

AKTUALISIERT
am 8. Dezember 2017

AUTOREN
D. Sulmann, D. Väthjunker

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