Sich beherrschen

Wie kann ich Ruhe bewahren?

Ärger und Wut sind ganz natürliche Gefühle. Nicht immer gelingt es dann, die Beherrschung zu bewahren. Das ist ganz normal. Allerdings kann man lernen, besser mit seiner Wut umzugehen und nicht die Kontrolle zu verlieren.

Hier finden Sie einige Tipps dazu.

Gefühle wahrnehmen

Konzentrieren Sie sich darauf, Ihre Gefühle wie Ungeduld, Enttäuschung, Frust oder Angst möglichst frühzeitig wahrzunehmen. Machen Sie sich bewusst, wodurch genau das Gefühl ausgelöst wurde. Das kann helfen, Wutausbrüche zu verhindern.

Verhalten einschätzen

Finden Sie heraus, woher das Verhalten des Pflegebedürftigen kommt, das Sie ungeduldig oder wütend macht. Ist es vielleicht ein Symptom seiner Erkrankung? Ist er unzufrieden, weil er ständig um Hilfe bitten muss? Oder ist er gereizt, weil er Schmerzen hat? Versuchen Sie sich in einem heiklen Moment daran zu erinnern, denn das Verhalten ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gegen Sie persönlich gerichtet.

Kritische Situationen vermeiden

Überlegen Sie, welche Situationen oder Aufgaben zu besonderer Anspannung bei Ihnen führen – und wie Sie diese nach Möglichkeit vermeiden können. Vielleicht können Sie jemand anderen bitten, diese Aufgabe zu übernehmen. Als professionell Pflegende kann jemand anderes aus dem Team eventuell einspringen. Pflegende Angehörige können Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienstbekommen.

Speziell für Angehörige

vdek-Pflegelotse: Pflegedienst finden

Sich beruhigen

Verlassen Sie rechtzeitig den Raum, wenn Sie merken, dass Ihnen gleich alles zu viel wird und Sie aus der Haut fahren. Probieren Sie aus, was Ihnen am besten hilft, sich zu beruhigen: Gehen Sie zum Beispiel ein paar Schritte hin und her. Schließen Sie die Augen und konzentrieren sich auf Ihre Atmung. Zählen Sie langsam bis zehn und atmen Sie dabei tief durch. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes, zum Beispiel einen Vogel am Fenster. Oder kühlen Sie sich ab: Lassen Sie kaltes Wasser über Ihre Unterarme laufen.

Manchmal hilft es auch, sich abzureagieren: Zerknüllen Sie doch zum Beispiel ein Handtuch oder Papier, schlagen Sie einmal mit der Faust auf ein Kissen oder schütteln Sie sich kräftig.

Erzählen Sie anderen Pflegenden oder Freunden von Ihrem Ärger und Ihrer Wut. Bitten Sie sie, einfach einmal Dampf ablassen zu dürfen – ohne Wenn und Aber. Das hilft vielen, sich leichter zu fühlen.

Verhalten überdenken

Wenn Sie doch einmal die Beherrschung verloren haben, achten Sie darauf, nicht in eine sogenannte Verharmlosungsfalle („so schlimm ist es nicht“) oder Rechtfertigungsfalle („die Umstände waren schuld“) zu geraten. Nutzen Sie Angebote, die Ihnen helfen, solche Vorfälle künftig zu vermeiden.

AKTUALISIERT
am 8. Dezember 2017

AUTOREN
D. Sulmann, D. Väthjunker

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